Der Weiher im Frühling 2023

In diesem Jahr ziert sich der Frühling gar sehr. Die ersten warmen Tage werden von Regen und Schnee abgelöst, die ankommenden Gänse von Schneeschauern überrascht.

Unser Kater Romeo begleitet uns bei unseren Spaziergängen an den Weiher

Immer mehr Vögel treffen ein und der Romeo zeigt sich sehr interessiert. Mit einem Entenmädchen verbringt er einige Zeit am Ufer.

Auf den Inseln geht nun das große Geschrei los, jedes Brutpaar möchte natürlich den besten Platz mit ausreichend Abstand zum Nachbarn. In diesem Jahr sehen wir zum ersten Mal Nilgänse auf dem Weiher.

Die ersten Blümchen im Wald am Weiher, die ersten warmen Sonnenstrahlen Mitte Februar. Leberblümchen und die ersten Anemonen bedecken große Flächen im Wald und drehen ihre Blüten der Sonne entgegen.

Dann geht es mit den Temperaturen wieder abwärts, innerhalb kurzer Zeit ist alles wieder weiß eingedeckt. Ein eiskalter Wind treibt dichte Schneeschauer über das Wasser. Die Tiere ertragen das Wetter mit stoischer Ruhe.

Schließlich wird es doch wärmer, im Wald blühen die Anemonen, Schlüsselblumen und Veilchen, in den Gärten beginnen sich die Magnolienblüten zu öffnen.

Unser Kater versucht, bei einem unserer Spaziergänge mit dem großen Ganter Freundschaft zu schließen. Was mit dem Entenmädchen ganz gut geklappt hat, funktioniert hier leider gar nicht und der Romeo ist ein bisschen frustriert.

Anfang April geht dann das große Schlüpfen los, bald sieht man kleine Gänschen in unterschiedlichen Größen mit ihren Eltern am Ufer und auf dem Weiher. Überall wuseln kleine goldgelbe Flauschekugeln herum, von ihren Eltern streng bewacht.

In diesem verregneten Frühling gibt es tatsächlich auch warme Tage.

Die Tiere genießen die Wärme und im Garten gibt es endlich genug Futter für die vielen Bienen. Auch unser Kater ist mit dem Wetter zufrieden…

Die nächsten Tage werden spannend am Weiher. Während die kleinen Gänschen heranwachsen und auch immer noch neue hinzukommen, sitzt die Taucherin noch geduldig auf ihrem Nest. Immer wieder richtet sie das Nest, damit ja alles passt. Bei den Tauchern dauert es meist etwas länger, bis man Junge sieht.

Im flachen Wasser der Schilfzone balgen sich die Karpfen, die Frösche beginnen mit ihren lautstarken Konzerten. Noch sind sie scheu und man muß genau hinsehen, um sie zu entdecken. Nicht nur wir suchen nach ihnen, auch der Reiher versucht, sie in ihren Verstecken zu entdecken.

Am Telefonmast neben unserem Garten hängt jetzt auch wieder öfter unser Specht. Er kommt schon seit einigen Jahren, sucht in den zahlreichen Rissen nach Nahrung und rutscht dann zur Blechkappe des Mastes hoch. Genußvoll hämmert er auf die Kappe ein und läßt die Nachbarschaft wissen: „Ich bin jetzt da!“. Leider scheint er genau zu wissen, wann eine Kamera auf ihn gerichtet ist und so ist es schwierig, ihn bei seiner Arbeit zu erwischen.

Ende April ist es dann endlich soweit, ein schöner, warmer Tag. Wir wollen in den Zoo, doch auch andere sind auf diese Idee gekommen und so ist die Schlange schon vor der Parkplatzschranke lang.

Also geht es zum Weiher, vielleicht gibt es ja hier was Interessantes zu entdecken. Vielleicht sind ja die Taucher soweit?

Im Tauchernest rührt sich was, zwei winzige, gestreifte Köpfchen strecken sich zwischen den Flügeln der Tauchermama dem Taucherpapa entgegen, der unermüdlich kleine Fische heranschleppt.

So erleben wir an diesem Vormittag, wie die Taucherin nach einer langen Brutzeit ihr Nest mit den Jungen auf dem Rücken für die erste Ausfahrt verlässt.

Kurz darauf verschwinden sie hinter einer der Inseln…

Also geht es weiter zum Schilfgürtel mit der Flachwasserzone, die Frösche hören wir schon von Weitem, sie sind jetzt absolut in Hochform.

Auf dem Weg zu den Fröschen treffen wir am Wegrand auf ein Ringelnatterpaar auf einem sonnigen Plätzchen. Als sie uns bemerken, verschwinden sie blitzschnell im Schilf. Nach ein paar Minuten tauchen sie wieder aus dem Dickicht auf, die wärmende Sonne ist doch zu verlockend. Ohne Scheu bewegen sie sich durch das Schilf und rollen sich, nur ein paar Meter von uns entfernt, zusammen. Fasziniert beobachten wir die schönen Tiere, bis sie in den hohen Gräsern verschwinden.

Die Frösche sind, wie gesagt, voll in ihrem Element. Jetzt müssen wir sie auch nicht mehr suchen, breit sitzen sie auf ihren Stammplätzen am Ufer und wenn einer mit seinem Konzert beginnt, fallen die anderen begeistert mit ein.

Am Tag darauf, es ist der erste Mai, wollen wir natürlich gleich wissen, was die Taucher so treiben. Das Nest ist jetzt leer und wir müssen sie auf dem Wasser einige Zeit lang suchen, bis wir sie zwischen den Inseln entdecken. Die Kleinen lassen sich herumfahren und der Taucher schleppt wieder fleißig die Fische heran.

Nach einiger Zeit ziehen sie sich wieder hinter eine Insel zurück, zu weit für die Kamera und unsere neugierigen Blicke.

Am Ufer der ersten Insel erwachen zwei Graugänse, strecken sich ausgiebig und dann wird erst einmal gebadet…

Das Schwanenpaar übt ein paar Meter weiter Synchrontauchen und hinter ihnen entdecken wir auf einem umgestürzten Baumstamm eine Schildkröte, die sich in der Morgensonne wärmt. Tatsächlich sind es mindestens zwei, die hier am Weiher leben, aber all zu oft bekommen wir sie nicht zu Gesicht.

Weiter geht es zum Schilfgürtel am anderen Ufer, um nochmal nach den Ringelnattern zu sehen. Heute aber bleiben sie gut versteckt. Dafür gehört die Bühne den Reihern.

Der Silberreiher läßt sich nur entfernt auf einem Baum nieder, um das Geschehen zu beobachten. Ein paar Mal konnte ich ihn schon im Vorbeifahren im flachen Wasser des Schilfgütels entdecken, heute traut er sich nicht heran, obwohl die Frösche so verführerisch quaken. Schließlich zieht er noch ein, zwei Kreise über uns hinweg und setzt sich dann, für uns nicht einsehbar, an das Ufer der Insel.

Der Graureiher hat keine Berührungsängste. Obwohl sonst schon auf Abstand bedacht, schreitet er heute ohne Scheu durchs Wasser. Kleine Inseln dienen ihm als Aussichtspunkte. Um ihn herum quackt und plätschert es, die Frösche und Karpfen haben zu tun…

Nach vielen Stunden mit den Tieren am Weiher endet dieser schöne, warme Tag.

Ein paar Tage später zieht am Abend der Vollmond hinter den Bergen herauf, eigentlich wäre es an der Zeit für den Biber.

In den letzten Jahren hatte er sich immer unter den Eichen am Ufer gezeigt, um nach den im Herbst ins Wasser gefallenen Eichel zu tauchen. Es könnte ja sein, dass das immer noch zu seiner Routine gehört.

Im Herbst ist er uns in der Dunkelheit fast vor das Auto gewaschtelt, völlig selbstvergessen auf dem Weg vom Weiher zum Almkanal. Zumindest hatte er den Zebrastreifen benutzt. In solchen Momenten habe ich natürlich keine Kamera dabei, aber man kann halt ncht alles haben.

Im Winter haben wir dann wieder seine Werke am Ufer bewundern können und im Schilfgürtel hatte er einige kleinere Dämme gebaut.

Er ist also noch da und so geht es an diesem Abend an den Weiher zu den Eichen.

Zunächst heisst es aber warten, wir wissen noch nicht, zu welcher Zeit er auftauchen wird. Der Taucher kommt ans Ufer, um das Abendessen für seine Kleinen zu fangen, die Taucherin läßt sich nicht sehen.

Ein paar Gänse schlummern am Ufer, ein Frosch glotzt aus dem Wasser und ein Buchfink setzt sich auf den Stamm vor meiner Bank, vom Biber keine Spur…

Wir kommen mit einem Spaziergänger mit Fernglas ins Gespräch, über die Tiere am Weiher und ihre Gewohnheiten. Immer wieder blicke ich auf das Wasser und plötzlich taucht ein brauner Rücken in der Nähe unter, der Biber ist da…

Er kennt also noch den Platz und beginnt gleich eifrig nach den begehrten Eicheln zu tauchen. Durch unsere Anwesenheit läßt er sich absolut nicht irritieren. Nach einigen Tauchgängen hat er genug gefressen und schwimmt wieder gemächlich davon.

Am nächsten Abend stattet er den Eichen nur einen sehr kurzen Besuch ab und verschwindet wieder nach wenigen Minuten.

Dafür kommt die Taucherin mit ihren Jungen nah heran und ich kann die Fütterung aus der Nähe beobachten.

Nachdem ich jetzt die Zeit kenne, in der der Biber und die Taucher kommen, sitze ich jetzt öfter am Ufer, um auf sie zu warten. In diesem Mai ist das Wetter ziemlich regnerisch, aber die schönen Abende werden genutzt.

Im Licht der untergehenden Sonne schwimmt eine Entenmutter mit neun Küken vorbei, einen Sack Flöhe zu hüten ist bestimmt leichter. Munter wuseln die kleinen Entchen herum und betrachten neugierig das seltsame zweibeinige Wesen am Ufer.

Der Taucher kommt auch wieder vorbei, um das Abendessen zu fangen.

Der Biber taucht plötzlich auf, heute trifft er auf viele Bewunderer und nimmt sich wirklich Zeit, damit man ihn auch gebührend bestaunen kann.

Noch ein Highlight gibt es in diesem Mai für mich. Es ist der Sonntag des Salzburg-Marathons und die Strecke führt am Weiher vorbei. So ist es mit der Ruhe am Ufer für diesen Tag vorbei.

Unser Kater Romeo interessiert sich plötzlich für die große Weide am Nachbargrundstück und besonders für das, was sich da bewegt. Er hat allerdings schnell verstanden, dass man sich mit diesem Getier besser nicht anlegt.

Einige Hornissen schwirren um den Baum herum und ich muß natürlich nachsehen, was die da so treiben. Aus der Weide tropft es stark und die Hornissen sind offensichtlich an der Flüssigkeit interessiert. Vor einigen Jahren konnte ich diese schönen Tiere bereits in einem Fliederstrauch beobachten, sie lieben den Saft unter der Rinde, aus der sie kleine Stücke herausschneiden.

Dieses Mal ist es noch besser, ich kann an die Tiere ganz nah heran.

Was sich in den nächsten Wochen am Weiher tut, werden wir sehen. Die Taucher wachsen schnell heran und ich hoffe noch auf ein paar schöne Bilder, wenn sie hungrig ihren Eltern hinterher wuseln…

Es ist jetzt Anfang Juni und die kleinen Taucher sind gewaltig gewachsen. Auf dem Wasser treiben die Blütenreste der Kastanien und die Wolle der Weiden wie Schnee, der in der warmen Sonne nicht schmelzen will.

Die Taucher sind schon sehr selbstständig, schwimmen weit ohne ihre Eltern herum. Die erwachsenen Taucher können sich jetzt etwas vom Stress der vergangenen Wochen erholen.

An diesem Tag haben die Gänse viel zu diskutieren und oft ist das mit einer entsprechenden Lautstärke verbunden.

Ihre Jungen sehen schon, bis auf ein paar Flaumfedern, fast aus wie ihre Eltern, nur die Größe stimmt noch nicht ganz.

Die Mandarin-Erpel haben während der Mauser schon etwas gelitten, ihre Pracht und Schönheit ist erst mal vorbei, aber das wird ja wieder…

Das Gezeter der Gänse stört die Ringelnatter nicht, ruhig zieht sie ihre Bahn, um kurz darauf im Gebüsch des Ufers zu verschwinden.

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